Am Mittwoch, dem 23. Juni, konnten die Kandidaten im grossen Saal des Rex debattieren! Diese von François Mauron und Dominique Meylan moderierte Debatte war sehr interessant. Ich konnte dort meine Sichtweise – die der Mitte-Links-Partei – zu den Themen Kantonssteuern, Klimaplan und kantonale Regierungsführung darlegen.
Die Zeitung «La Liberté» hätte titeln können: «Dieser Kandidat schlägt vor, Artikel 5 des LFIN zu ändern.» Tatsächlich schreibt dieser Artikel einen ausgeglichenen Kantonshaushalt vor, was jeglichen Investitionswillen bremst.
Sie hätte auch titeln können: «Dieser Kandidat schlägt vor, einen Teil des Kantonsvermögens für Investitionen in den Klimaschutz zu nutzen!» Denn 15 Millionen über zwei Jahre für einen Klimaplan bereitzustellen, kommt eher einem Alibi vor. Kurz gesagt, all das wurde in der Debatte gesagt….
In der letzten Runde stellte François Mauron folgende Frage: Braucht es ein Grossprojekt, um den Kanton zu vereinen? Die Antworten der Kandidaten fielen eher vage aus. Und da habe ich diesen Satz gesagt: Es braucht kein Projekt, um den Kanton zu vereinen, Gottéron hat diese Aufgabe bereits erfüllt. Ja, das Spital wird für die Bevölkerung das Projekt des Jahrhunderts sein, aber ich bin mir nicht sicher, ob es die Bevölkerung so vereinen wird wie es der «Drache» getan hat.
Auch wenn das Wort «Gottéron» auf Facebook oder Instagram mehr Klicks generiert als das Wort «Artikel 5 des LFIN», glaube ich nicht, dass sich meine Vision auf diese Äusserungen reduzieren lässt.
Ob man nun Fan ist oder nicht, man kann es nicht leugnen. Die Begeisterung nach dem Titelgewinn von Gottéron war spektakulär, und der Kanton Freiburg hat in der ganzen Schweiz für Aufsehen gesorgt. Doch auch wenn Gottéron seinen Teil dazu beigetragen hat, hat der Staat ebenfalls dazu beigetragen, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit dies möglich war. Und genau darin liegt die Rolle des Kantons. Die Politik darf nicht selbst Trägerin der Projekte sein, sondern muss Impulse geben, die Rahmenbedingungen schaffen und auch die Mittel bereitstellen, damit Vereine, Gesellschaften und Unternehmen diese umsetzen können.
Gottéron hat es geschafft, aber das NOFF strahlt in ausländischen Opernhäusern, Audrey Werro hält die Farben des Kantons in den Stadien hoch, Mathilde Gremaud auf den Pisten, und der Gruyère wird bis nach Japan geniesst. Alles, was den Kanton zum Leben erweckt, kommt nicht von der Politik, aber der Staat muss sich um all diese Akteure aus Kultur und Sport, um all diese Unternehmen und ganz einfach um jeden Einzelnen kümmern, der die Stärke unseres Kantons ausmacht und die Bevölkerung zusammenhält.
Ein grosses Dankeschön an François Mauron, Dominique Meylan und das gesamte Team von «La Liberté» für diese Debatte, die übrigens sehr angenehm war!
Link zum Artikel: https://www.laliberte.ch/articles/regions/politique-cantonale/ou-va-fribourg-sept-candidats-repondent-1451223